HALLO STREETARTISTEN,
dies ist ein offener Brief an SIE - an die Graffiti-Szene von Bad Vilbel.
Stadtmarketing Bad Vilbel hat vor einigen Jahren für die Szene ein Forum entwickelt, weil die Ausdrucksformen Ihrer Generation ein Recht auf Präsenz haben, weil wir zum Nutzen aller Bürger die Szene aus der Schmuddel-Ecke holen wollten, und weil wir an die positive Kraft der Kunst glauben.
Dies geschah gegen teilweise erhebliche Widerstände, war nicht ohne persönliches Risiko, und hat uns sehr viel Kraft, Zeit und Geld gekostet. Doch es hat sich gelohnt! Die Szene hat sich nicht nur Freunde ersprayt, sondern noch etwas sehr viel Wichtigeres gefunden: Verständnis, Interesse, Anerkennung und sogar einen kleinen Markt für Aufträge.
Wer hätte sich so eine Entwicklung vorstellen können? Was kann man als Künstler mehr wollen ??
Wir sind keine Romantiker. Es gab und es gibt Konflikte. In letzter Zeit wurden mehrfach Auftragsarbeiten gecrosst und in den letzten Tagen quer durch die Stadt öffentliche Flächen gebombt. Und das mit einer Aggression, das auch wir an die Grenzen unseres Verständnisses stoßen. Das war nicht mehr Streetart, das ist Vandalismus.
Über Kunst kann man streiten, aber wer heute Auftragsarbeiten crosst, crosst seine eigenen Chancen morgen.
Diese Arbeiten sind mit privaten oder öffentlichen Mitteln finanziert.
Wie sollen wir öffentliche Gelder erhalten, wie sollen wir private Aufträge akquirieren, wenn nicht nur dunkle Ecken, sondern auch Verkehrszeichen, Busse, Kinderspielplätze und sogar Bäume im Kurpark gebombt werden?
Wer heute Auftragsarbeiten crosst, öffnet morgen der Zerstörung seiner eigenen Bilder Tür und Tor. Wir wollen ein Miteinander, dass Streit zulässt, aber nie Respekt verliert, und in der Beschädigung oder der Zerstörung anderer Kunst mündet.
So haben wir eine ganz klare, einfache Bitte: Sprechen Sie mit den Crews, die diese Schäden verursacht haben. Machen Sie ihnen klar, dass Respekt vor dem öffentlichen Raum und Respekt vor den Arbeiten anderen Maler dafür sorgt, dass auch sie sich Respekt und Aufträge ersprayen können.
Illegales malen hat sicherlich seinen Reiz, aber was für ein Gefühl, wenn sie eines Tages an einer guten Stelle ihrer Heimatstadt ihr Piece vorfinden und sagen können: „Das hab ich mal gemalt und ich habe sogar damit Geld verdient“
In diesem Sinne
Stadtmarketing Bad Vilbel








